Wenn die Kinder der Gesamtschule Mücke die Senioren im Kursana Domizil treffen, entsteht beim Spielen schnell eine lockere Atmosphäre, in der sich Alt und Jung kennenlernen.

 
01.01.1970

Lachen, plaudern, spielen – ein Gewinn für alle

Bei der Begegnung der Kinder der Gesamtschule Mücke und der Senioren im Kursana Domizil erleben beide Seiten abwechslungsreiche Stunden, in denen Jung und Alt viel Neues über die Lebenswelt der anderen erfahren haben.

Mücke. Gesellschaftsspiele schaffen einen unkomplizierten Einstieg. Die Kinder der Gesamtschule und die Senioren im Kursana Domizil sitzen an einem Tisch zusammen, würfeln beim „Mensch ärgere dich nicht“, werfen Ringe, schieben beim Shuffleboard Scheiben über ein Holzbrett und werfen Ringe platziert über ein Kreuz mit Holstäben. Dabei wird viel gelacht und geplaudert, das Eis zwischen den Generationen, die sich anfangs fremd sind, ist schnell gebrochen, Berührungsängste verschwinden.

Beim jüngsten Treffen der Generationen haben Alt und Jung gemeinsam Waffeln zubereitet. Der Duft frisch gebackener Waffeln breitete sich im ganzen Haus aus. Die Schülerinnen und Schüler unterstützten die Senioren und Betreuungskräfte und verteilten die Waffeln an alle Bewohnerinnen und Bewohner.

Zwischen den beiden Generationen liegen manchmal rund 70, 80 Jahre, doch beim Spielen zählt das Alter nicht, man sitzt sich gegenüber, hat ein gemeinsames Thema und kommt ganz selbstverständlich miteinander ins Gespräch. Damit entsteht ein Austausch auf Augenhöhe. Nicht das Alter bestimmt die Rolle, sondern die gemeinsame Aktivität.

Schulzeit früher und heute 

Wenn junge Menschen Ältere treffen, lernen sie eine Lebensphase kennen, die ihnen sonst häufig nur aus Erzählungen, Unterricht oder Medien begegnet. Umgekehrt erhalten die Senioren einen unmittelbaren Einblick in die Lebenswirklichkeit der jüngeren Generation. Senioren erzählen von einer Schulzeit, in der Schüler zum gemeinsamen „Guten Morgen“ aufstehen mussten, während Jugendliche berichten, wie selbstverständlich Tablets heute zum Unterricht gehören. Die einen erinnern sich an ihre ersten Erfahrungen mit Technik, die anderen erklären Smartphone, Internet und soziale Medien.

Bei den regelmäßigen Treffen im Kursana Domizil erleben die Schülerinnen und Schüler die Senioren nicht ausschließlich in der Rolle von Pflegebedürftigen oder Bewohnern einer Senioreneinrichtung. Sie lernen Biografien, Erfahrungen und individuelle Persönlichkeiten kennen. Die Senioren wiederum begegnen jungen Menschen mit ihren eigenen Interessen, Fragen und Zukunftsvorstellungen.

Die Begegnungen fördern soziale Kompetenzen. Im persönlichen Kontakt lernen beide Seiten zuzuhören, nachzufragen, Rücksicht zu nehmen und hören manchmal auch unterschiedliche Sichtweisen – all das sind wichtige Erfahrungen, die sich theoretisch kaum vermitteln lassen. Wie selbstverständlich das Miteinander im Kursana Domizil ist, zeigt sich auch in kleinen Gesten. Die Schülerinnen und Schüler achten darauf, ob die Senioren noch etwas trinken möchten. Sie erklären Regeln, helfen beim Spiel und hören aufmerksam zu. Die Senioren erzählen aus ihrem Leben, beantworten Fragen und teilen Erfahrungen.

Organisiert und begleitet wurde das jüngste Treffen von Beyza Serin, der neuen Leiterin der Sozialen Betreuung, gemeinsam mit Helga Becker und Egbert Berg, die sich ehrenamtlich engagieren. Bei Spielen gibt es meist einen Sieger. Wenn Jung und Alt zusammenkommen, gewinnen immer alle. 

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